4. Januar 2018
Heute können wir uns endlich endgültig von Saigon verabschieden. Wir sind alle froh, aus dem Lärm und Smog herauszukommen. Vier von uns haben die Verlängerung nicht gebucht und so heißt es nach dem Frühstück Abschied nehmen.
Die Fahrt dauert etwa 3 Stunden und um 11.30 Uhr sind wir an der Grenze. Es ist unglaublich warm und extrem drückend. Thang regelt für uns noch die Ausreise aus Vietnam, dann verabschieden wir uns auch von ihm und laufen mit unseren Rollkoffern Richtung Kambodscha. An einer kleinen Grenzhütte empfängt uns unser kambodschanischer Reiseleiter (Kong). Erst müssen wir unser Visa beantragen. Das geht schneller (oder vielleicht funktioniert es auch nur so) weil wir jeder 2 Dollar extra in den Pass legen. Dann müssen wir noch das Einreiseformular ausfüllen, unsere Fingerabdrücke abgeben, und "schon" sind wir in Kambodscha. Wir merken schnell, dass der "Luxus" der letzten 2 Wochen vorbei ist. Wir sind ja durchgehend mit großen Reisebussen mit 42-Sitzen, vollklimatisiert und oft mit WiFi an Bord gefahren. Jetzt erwartet uns ein in die Jahre gekommener kleinerer Bus, wo erst die Koffer nach hinten verfrachtet werden bevor wir einsteigen können. Wir warten so lange im Schatten, die Hitze haut einen echt um. Nebenan ist ein kleiner Markt oder so und es liegen Unmengen an Müll überall herum. Es stinkt bestialisch. Wir sind froh als wir in den Bus steigen können. Nach etwa einer Stunde Fahrt essen wir eine Kleinigkeit. Das Essen hier ist erstaunlich teuer - im Vergleich zu den meisten Lokalen in Vietnam.
Um 15 Uhr geht es weiter und eine Stunde später sind wir an einem Bootsanleger ab einem Seitenarm vom Mekong. Man sieht auf der ganzen Fahrt schon deutlich dass sie Armut hier höher ist als in Vietnam, aber der Fluss ist hier viel sauberer. Wir tuckern in einem offenen Boot den Fluss entlang. Es ist herrlich. Und hier auf dem Wasser auch nicht mehr so heiß. Es ist unglaublich entspannend, keine Motorradgeräusche, nur das Tuckern des Motors unseres Bootes. Irgendwann sehen wir an Flussufer einige Sonne liegen aus Holz stehen. Die totale Idylle. Und tatsächlich! Das ist unsere Unterkunft für diese Nacht. Wir sind heute in einer Eco-Lodge untergebracht, in offenen ( sdhr offenen Hütten) mit Gemeinschaftstoiletten und erstmal ohne Strom. Der sollte eigentlich irgendwann angehen, aber es tut sich nichts. Die Mücken kommen auch schnell zu ihrer Mahlzeit und mich beißen direkt ein paar fiese Ameisen. Da der Strom auch is 19 Uhr nicht mehr anspringt, essen wir im Dunkeln, bzw mithilfe unserer Stirnlampen. Es gibt "Barbecue", was bedeutet, dass wir uns das bereitliegende Schweinefleisch mit Gemüse auf den Gastischgrills selbst braten. Wenn man sieht, wie das Fleisch hier überall ungekühlt an Straßenständen angeboten wird, überlegt man schon, ob man das jetzt tatsächlich essen sollte. Aber wir langen alle ordentlich zu und es ist lecker. Um 20.30 Uhr verschwinden die ersten in ihren Hütten, es ist inzwischen stockdunkel. Ich sitze noch ein Weilchen mit Birgit und Tatjana in den Liegestühlen und wir genießen die wunderbare Stimmung. Um 21.30 Uhr schlüpfe ich unter mein Moskitonetz und hoffe, dass ich diese Nacht durchschlafen kann...


