Hanoi und Umgebung
21. Dezember 2017
Diese Nacht schlafe ich leider gar nicht gut. Das Wetter ist schön, die Sonne scheint bereits und der Tag scheint vielversprechend.
Um 8.30 Uhr starten wir wieder mit dem heutigen Programm:
“Heute geht es raus aufs Land! Mit dem Bus fahren wir zum Roten Fluss und unternehmen eine entspannte Fahrradtour (10 km, leicht)! Unsere Reiseleitung zeigt uns kleine Schleichwege, sodass wir im Vorüberfahren den Einheimischen bei ihrer alltäglichen Arbeit auf den Feldern zuschauen können. Wir legen in mehreren Dörfern kleine Stopps ein, um kurz Luft zu holen, die hübschen Pagoden zu bewundern und die Atmosphäre aufzusaugen, bevor es weiter nach Duong Lam geht, wo wir auf einen atemberaubend schönen Blumengarten stoßen!”
So stand es in der Reisebesschreibung. Klingt super, oder? Tatsächlich fahren wir 3 Minuten mit dem Bus auf die andere Seite der vielbefahrenen Stadtstraße uns steigen direkt dahinter auf die Räder um. Dann fahren wir durch schäbige stinkende Gassen und über holprige staubige Straßen, bevor uns unser Guide quer über die Hauptstraße durch den Verkehr jagt um auf die andere Seite zu gelangen. Dort fahren wir ein Stück am Westsee entlang und dann wieder über die Hauptstraße zurück. Es ist alles andere als entspannend und als wir zurück sind haben wir gerade mal eine halbe Stunde zum Auschecken. Da ich alles schon soweit vorbereitet hatte, schaffe ich es wenigstens noch unter die Dusche. Dann geht es wieder zum Bus und wir eiern etwa 60 km zu irgendeinem Dorf wo wir bei einer Familie Mittagessen bekommen. Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden. Das "für uns zubereitete Essen bei einer Gastfamilie" entpuppt sich als ein als privat getarntes Restaurant in einem unscheinbaren Dorf neben der Schnellatraße in dem bereits eine andere Reisegruppe zu Gast ist. Das Essen allerdings ist original vietnamesisch und super lecker. Es gibt Schweinefleisch, Gemüse, Krabben, Gemüse, Kürbis, Sojabohnen, Frühlingsrollen (ganz anders als wir sie kennen), datu Reis und Reisschnaps. Wir schlemmen ausgiebig und die Stimmung ist sehr gut. Danach fahren wir mit dem Bus zu einer Pagode (ganz schlicht und völlig anders als in Myanmar) und danach zu einem Tempel von wer-weiß-wem. Für jemanden, der sich nicht intensivst mit der Geschichte Vietnams oder des Buddhismus beschäftigt hat, ziemlich uninteressant. Gegen halb 5 geht es dann wieder zurück nach Hanoi. Dort kommen wir zur Rush Hour an und die letzten Kilometer nur im Schritttempo voran. Überall auf der Hauptstraße Motorroller! Tausende! Und sie quetschen sich in jede kleine Lücke, überholen den Bus auf dem Bürgersteig des Mittelstreifens und fahren so dicht beieinander dass man manchmal gar nicht hinschauen mag! Und es wird in einer Tour gehupt. Nach ein paar Stunden Ruhe fällt es einem noch mehr auf. Ich bin jetzt froh, dass wir bald hier wegkommen und ich glaube, den anderen geht es genauso.